Ein kleines Licht am 4. Mai

Simons große Liebe

Aufgewärmtes Zeug am Montag? Am ersten Montag im Mai gibt es richtig was fürs Herz. Eine Radioandacht über die Liebe. Gesendet wurde das Ganze am 17. August 2010 auf NDR1 Niedersachsen in der Reihe „Zwischen Himmel und Erde“.

Und hier ist noch mal der Text für alle, die nicht hören wollen oder nicht hören können:

Gott spricht: „Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr´s denn nicht?“

Simon hat die schwarzhaarige Schöne schon auf der letzten Scheunenfete gesehen. Es ist so eine Freundin oder Cousine oder halt irgendeine Bekannte von Sarah. Was Genaues war nicht rauszukriegen. Und sie kam aus Hannover. Toll!

Sie war Simon gleich aufgefallen, so wie einem ein Stück geborstenes Glas am Wegesrand ins Auge sticht, wenn die Sonne darauf fällt. Simon war wie gebannt gewesen und hat den ganzen Abend so gesessen, dass er dieses Mädchen anschauen konnte. Wie sie trinkt. Wie sie tanzt. Wie das bunte Licht von den Scheinwerfern über ihren Körper gleitet. Sie war so wunderwunderschön!

Aber dann hatte der Kopf angefangen zu arbeiten: Hannover! Was willst du, bitteschön, mit einer Freundin in Hannover? Wann wollt ihr euch treffen? Wie wollt ihr euch wiedersehen? Und so hat er sich losgerissen aus ihrem Bann und mit seinen Kumpels tüchtig gefeiert.

Doch nun ist sie wieder da, keine vier Wochen später. Sarah hat sie wieder mitgeschleppt diesmal zur Abiparty. Und Simon ist schon wieder hin und weg. Er hatte nämlich nach der letzten Fete öfters nachts wach gelegen. Im Kopf überschlagen, wie teuer das wäre mit dem Auto nach Hannover zu fahren. Das ging. Und er wollte ja auch nicht ewig hier auf dem platten Land bleiben. Da könnte er ja auch nach Hannover ziehen. Oder zumindest dichter ran. Er hat sich geärgert, dass er so ein dummer Idiot gewesen ist. Dass er sie nicht einfach angesprochen hat. Und er ist so froh, dass er jetzt noch einmal eine Chance bekommt!

Da bleibt jetzt nur das Problem, dass er so schüchtern ist. Wie soll er sie ansprechen, ohne dass es blöd wird. Sonst hat er bei Mädchen immer auf eine günstige Gelegenheit gewartet und das konnte lange dauern. Aber jetzt kann er nicht ewig warten, sonst ist sie wieder weg! „Schon der erste Satz muss sitzen. Du darfst das nicht vermasseln. Auf gar keinen Fall!“ Unauffällig schiebt er noch mal sein Hemd in seine Hose, wappnet sich. Er setzt sein bestes Lächeln auf und geht auf sie zu: „Na?“, sagt er, „Schon wieder hier?“

Sie muss gleich ein bisschen lachen. Schiebt eine Strähne von ihren langen schwarzen Haaren hinters Ohr und sagt „Ja.“ Und sie strahlt und er strahlt und es fühlt sich an wie ein Tag, an dem große Dinge geschehen können.

Gott spricht: „Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr´s denn nicht?“

Das achtundvierzigste kleine Licht.

Bleiben Sie gesund oder werden Sie gesund.

Ihr Pastor Jörg Prahler

Das “kleine Licht” erscheint jeden Abend auf der Startseite von Evangelisch-im-Wendland.de und auf der Homepage der Kirchengemeinden Damnatz, Langendorf und Quickborn. Sie können diese Andacht, diesen Impuls oder Gedanken gut in ein Abendgebet einbauen. In Damnatz, Langendorf und Quickborn läuten dazu jeden Abend von 19.15 bis 19.20 Uhr die Glocken. Für das Abendgebet können Sie eine Kerze anzünden. Die Kerze können Sie danach um 19.30 Uhr auf ein Fensterbrett in Richtung Straße stellen. Das ist ein Zeichen der Hoffnung, dass sich zur Zeit ganz viele Menschen in Lüchow-Dannenberg gegenseitig geben.

Meine Oma hat aber gar kein Internet”? Aber du! Es ist ausdrücklich erlaubt, diese Beiträge auszudrucken, zu verschicken, zu teilen oder zu verlinken. Gebt sie gerne an alle weiter, die sich darüber freuen und vor allem an die, die sonst keine Zugang dazu hätten.

Rückmeldungen, Fragen oder Anregungen gerne an joergprahler@gmx.de.

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