“Aus der Sackgasse” – Gottesdienst am Ostersonntag in Quickborn und Damnatz

Entzünden der Osterkerze.

Ostergruß: Eine/r: Christus ist auferstanden! Alle: Er ist wahrhaftig auferstanden!

Entzünden der Altarkerzen.

Musik zum Beginn: 99 Christ ist erstanden

Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit dass er erstanden ist,so lobn wir den Vater Jesu Christ‘. Kyrieleis.

Halleluja, halleluja, halleluja! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

Eine/r: Christus spricht: „Ich war tot; und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle“. Offenbarung an Johannes 1, 18

Eine/r:Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Alle: Amen.

Eine/r: Unsere Hilfe kommt von Gott, unserem Herrn, Alle: der Himmel und Erde gemacht hat.

Psalm 118

Der HERR ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil. Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN behält den Sieg! Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg! Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen. Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.

Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke. Das ist das Tor des HERRN; die Gerechten werden dort einziehen. Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen. Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

Alle sprechen: Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Einer: Kyrie eleison. Alle: Herr, erbarme dich.

Einer: Christe eleison. Alle: Christe, erbarme dich.

Einer: Kyrie eleison. Alle: Herr, erbarm dich über uns.

Eingangsgebet:

Ostern, Aufstand des Lebens gegen den Tod. Noch ist unser Leben vom Tod gezeichnet. Wir legen vor dich das Leid und die Sorge über alles, was uns das Leben schwer macht. Ostern, Aufstand der Freude gegen das Leid. Noch ist unser Leben vom Leid gezeichnet. Nur ahnend erfassen wir das Neue. Doch wir trauen dir zu, Gott, dass du alles verwandelst und dein Osterlicht durch uns leuchten lässt. Darum beten wir zu dir im Namen Jesu. Alle: Amen

Lied EG 108: 1) Mit Freuden zart zu dieser Fahrt lasst uns zugleich fröhlich singen,
beid, Groß und Klein, von Herzen rein mit hellem Ton frei erklingen.
Das ewig Heil wird uns zuteil, denn Jesus Christ erstanden ist,
welchs er lässt reichlich verkünden.

2) Er ist der Erst, der stark und fest all unsre Feind hat bezwungen
und durch den Tod als wahrer Gott zum neuen Leben gedrungen,
auch seiner Schar verheißen klar durch sein rein Wort, zur Himmelspfort
desgleichen Sieg zu erlangen.

3) Singt Lob und Dank mit freiem Klang unserm Herrn zu allen Zeiten
und tut sein Ehr je mehr und mehr mit Wort und Tat weit ausbreiten:
So wird es uns aus Lieb und Gunst nach unserm Tod, frei aller Not
zur ewigen Freud geleiten.

Lesung: 2. Mose 14 und 15

Denn der Herr hatte es so gefügt, dass der Pharao, der König von Ägypten, nicht begriff und die Israeliten verfolgte. Die aber zogen aus mit erhobener Hand. Die Ägypter jagten ihnen nach –alle Pferde und Wagen des Pharao, seine Reiter und sein Heer. Die Israeliten lagerten noch am Meer, bei Pi-Hahirot vor Baal-Zefon. Dort holten die Ägypter sie ein.

Als der Pharao näher kam, blickten die Israeliten auf und sahen: Die Ägypter rückten hinter ihnen heran! Da bekamen die Israeliten große Angst und schrien zum Herrn um Hilfe. Sie beklagten sich bei Mose: »Gab es denn keine Gräber in Ägypten? Hast du uns in die Wüste gebracht, damit wir hier sterben? Wie konntest du uns aus Ägypten führen! Haben wir nicht schon in Ägypten zu dir gesagt: Lass uns in Ruhe! Wir wollen lieber den Ägyptern dienen! Es ist besser, dass wir in Ägypten Sklaven sind, als in der Wüste zu sterben.« Darauf sagte Mose zum Volk: »Fürchtet euch nicht! Stellt euch auf und seht, wie der Herr euch heute retten wird! Denn so, wie ihr die Ägypter jetzt seht, werdet ihr sie nie wieder sehen. Der Herr wird für euch kämpfen. Ihr aber sollt still sein.«

Dann erhob sich der Engel Gottes. Bisher war er an der Spitze der Israeliten gegangen. Jetzt ging er zu ihrem Schutz hinter ihnen her. Auch die Wolkensäule entfernte sich von der Spitze und trat hinter die Israeliten. Sie stand zwischen den Ägyptern und den Israeliten. So kamen sie die ganze Nacht einander nicht näher. Die Wolke ließ es stockdunkel werden, und die Feuersäule erleuchtete die Nacht.

Mose streckte die Hand aus über das Meer. Da trieb der Herr das Meer die ganze Nacht durch einen Ostwind zurück. Er machte das Meer zum trockenen Land, und das Wasser teilte sich. So konnten die Israeliten auf trockenem Boden mitten durch das Meer ziehen. Das Wasser stand rechts und links von ihnen wie eine Mauer. Die Ägypter aber verfolgten sie. Sie jagten hinter ihnen her mitten in das Meer – alle Pferde des Pharao, seine Streitwagen und Reiter.

Darauf sagte der Herr zu Mose: »Strecke die Hand aus über das Meer! Das Wasser soll über die Ägypter zurückfluten – über ihre Streitwagen und über ihre Reiter.« Mose streckte die Hand aus über das Meer. Das Wasser flutete zurück und bedeckte Wagen und Reiter.Das ganze Heer, das dem Pharao folgte, ging unter. Kein Einziger von ihnen blieb am Leben. Aber die Israeliten waren auf trockenem Boden mitten durch das Meer gekommen. Denn das Wasser stand rechts und links von ihnen wie eine Mauer.

So rettete damals der Herr die Israeliten vor den Ägyptern. Israel sah die Ägypter tot am Ufer liegen. Israel erkannte, dass der Herr die Ägypter mit seiner großen Macht besiegt hatte. Da fürchtete das Volk den Herrn. Nun glaubten sie an den Herrn und an seinen Knecht Mose.

Die Prophetin Mirjam, die Schwester Aarons, nahm ihre Pauke in die Hand. Auch alle anderen Frauen griffen zu ihren Pauken und zogen tanzend hinter ihr her. Mirjam sang ihnen vor:

Singt für den Herrn: Hoch und erhaben ist er. Rosse und Wagen warf er ins Meer.

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Lied EG 117: 1. Der schöne Ostertag! Ihr Menschen, kommt ins Helle!
Christ, der begraben lag, brach heut aus seiner Zelle.
Wär vorm Gefängnis noch der schwere Stein vorhanden, so glaubten wir umsonst.
Doch nun ist er erstanden, erstanden, erstanden, erstanden.
2. Was euch auch niederwirft, Schuld, Krankheit, Flut und Beben –
er, den ihr lieben dürft, trug euer Kreuz ins Leben.
Läg er noch immer, wo die Frauen ihn nicht fanden, so kämpften wir umsonst.
Doch nun ist er erstanden.
3. Muss ich von hier nach dort – er hat den Weg erlitten.
Der Fluss reißt mich nicht fort, seit Jesus ihn durchschritten.
Wär er geblieben, wo des Todes Wellen branden, hofften wir umsonst.
Doch nun ist er erstanden.

Predigt

Habt ihr schon mal einen Bach oder einen Fluss überquert, wo es keine Brücke gab? Ich meine einen Bach, über den man nicht einfach rüberspringen konnte?

Ich habe das zweimal gemacht. Einmal auf einem Seminar für junge Pastoren. Wie mache ich coolen Konfirmandenunterricht? Das war halt ne Übung, deswegen durfte einer über eine Brücke auf die andere Seite gehen. Und viel Leute standen dann mit zwei Kletterseilen auf der anderen Seite. Im Prinzip ist das ganz einfach: Du suchst dir zwei Bäume, die dicht am Ufer stehen. Dann wirfst du das eine Ende vom ersten Seil rüber zu deinem Kumpel auf die andere Seite. Der knotet es unten an einen Baum. Am besten machst du noch ein paar Stöcker zwischen Baum und Seil, damit die Rinde keinen Schaden nimmt. Auf der anderen Seite wird das Seil schön stramm gezogen und ebenfalls zugeknotet. Auf die gleiche Weise spannst du noch ein zweites Seil in Brusthöhe über den Bach. Wenn das obere Seil eine Baumbreite weiter weg von dir ist. Dann kannst du dich ein bisschen nach hinten hängen und kommst mit Seitwärts trocken auf die andere Seite.

Wie gesagt: Es war nur eine Übung. So ein Spiel, bei dem du lernen sollst, ein Team zu werden. Sonst würde ich mal fragen: Wie kriege ich den ersten eigentlich auf die andere Seite und wie kriege ich mein teures Kletterseil wieder los? Aber egal.

Die zweite Flussüberquerung war keine Übung, sondern wir mussten da rüber: Das war eine Wanderung in Norwegen. Ich war 19. Meine Grüpplinge waren 14, 15. Nun sind die Norweger echt cool drauf. Wenn die einen Wanderweg markieren, dann marschiert einer mit einem dicken Pinsel und einem Eimer gelbe Farbe los und macht dann alle 200 Meter einen Punkt auf einen Stein. Und wo es schwieriger wird dann auch einmal öfter. Ich habe einmal vor einer Steinwand gestanden: Ein Punkt neben meinem Fuß. Ein Punkt – da. Dann soll man da wohl hochklettern.

Oder manchmal gehen die auch los, wenn es lange nicht geregnet hat. So kamen wir an einen Fluss, der so sieben, acht Meter breit war. Und in diesem Fluss, 10 cm unter Wasser ein Stein mit einem gelben Punkt drauf. Die sind lustig die Norweger.

Wenn Wanderschuhe nass werden und man noch einen ganzen Tag zu laufen hat, dann ist das kein Vergnügen. Deshalb hatten wir außer unseren Wanderschuhen für genau solche Situationen noch Turnschuhe dabei. Die könnte man anziehen, durch den Fluss waten und auf der anderen Seite wieder die trockenen Wanderschuhe anziehen.

Oder man rückt so lange Steine hin und her und wirft sie in den Fluss, bis man von Stein zu Stein zu Stein trocken auf die andere Seite kommt. So haben wir das gemacht und das war eigentlich eine blöde Idee. Erstmal hat das fast eine Stunde gedauert. Dann sind zwei oder drei beim Bauen der Brücke doch ein paarmal in den Fluss getreten. Vor allem aber war 200 Meter weiter hinter dem nächsten Hügel schon der nächste Fluss. Spätestens da waren also sowieso Turnschuhe angesagt.

Aber egal: Meine Erfahrungen mit Bach- oder Flussüberquerungen. Aber spätestens an der Elbe wäre ich am Ende mit meinem Latein. Die Fahrrinne ist tief, die Strömung ist stark. Alle paar Jahre ertrinkt hier jemand in der Elbe. Selbst gute und erfahrene Schwimmer sind darunter. Und wie soll das erst gehen, wenn du nicht über einen Fluss, sondern über einen Meeresarm rüber willst. Und nicht nur mit kraftstrotzenden Jugendlichen, sondern auch mit kleinen Kindern, mit Alten und Gebrechlichen. Ich habe keine Ahnung wie das gehen soll.

Und wenn du dir dann noch vorstellst, dass dir eine ganze Armee mit einem wutschäumenden Pharao auf den Fersen ist …. Dann kann ich echt verstehen, dass die Israeliten mit Mose gestritten und ihm vorgeworfen haben, dass er alles falsch gemacht hat: „Wie kannst du uns auf unserer Flucht hier an diesen Strand führen, wo vor uns nur Wasser ist?“ „Wie kannst du den Pharao so aufs Blut reizen und uns dann in so eine Sackgasse führen?“ „Das war wirklich kein Spaß als Sklaven da in Ägypten, aber das ist besser als jetzt hier am Ufer von den Soldaten erschlagen zu werden!“ Ich verstehe die Israeliten. Ich weiß gar nicht, warum die beim Auszug aus Ägypten immer so als Nörgelpötte dargestellt werden. Mir scheinen das einfach nur vernünftige Leute zu sein.

Es gibt einfach Stellen, da geht es nach menschlichem Ermessen nicht mehr weiter. Es gibt Situationen, da sagt mir mein gesunder Menschenverstand: Hier geht es nicht mehr weiter. Und das Ufer eines Meeres ist so eine Stelle. Alles andere ist absurd. Es gibt so einen Sketch von Monty Python. Da ist so ein Typ, der will mit besonderen Rekorden ins Fernsehen kommen. Kamerateams sind da. Fähnchen werden geschwungen und dann geht es los. Einmal versucht er eine Kathedrale aufzuessen. Ratet mal – das klappt nicht. Ein anderes Mal will er über den Kanal springen. Also von England nach Frankreich. Sein Plan ist: Sturzhelm und Fliegerbrille auf, ordentlich Anlauf nehmen, die Arme ausbreiten und eine Thermik erwischen. Ratet mal. Nach drei Metern – Platsch. Der nächste Rekordversuch: Er versucht mit seiner Nase eine Eisenbahn aufzuhalten. Weitere Rekordversuche von ihm gibt es dann nicht.

Das Volk Israel will ohne Boote das Schilfmeer überqueren: Eigentlich kann das nicht gehen. Dass die Israeliten da nicht sagen: „Klasse, Mose, warte wir brauchen nur ne Menge Anlauf und dann erwischen wir vielleicht eine Thermik“ – eigentlich bei Licht betrachtet, spricht das doch für die Israeliten.

Was die Israeliten aber vergessen: Der gesunde Menschenverstand taugt nicht besonders viel, wenn Gott sich direkt einschaltet. Gott schickt einen starken Wind und das Meer wird zurückgetrieben. Und tatsächlich gibt es Stellen am Meer, wo das bei Ebbe klappen kann. Dann steht da zwar keine Wasserwand, aber der Meeresboden wird trocken, wo sonst eigentlich immer die Wellen gehen. Dabei wird gesagt, das Wasser würde sich wie eine Mauer auftürmen. In diesem alten Kinofilm ist diese Mauer verdammt hoch. Ich kenne aber auch Mauern, die sind so… Und wenn Gott ein bisschen nachhilft, – du meine Güte.

Und die Israeliten können weiter. Und wo eben noch eine Sackgasse war. Da macht Gott auf einmal einen Weg auf. Und es geht weiter für die Israeliten. In die Freiheit und in ein besseres Leben.

Und damit ist vielleicht klar, was dieser Text mit Ostern zu tun hat. Obwohl da weder Jesus noch Kreuze, weder Jünger noch Römer drin vorkommen. Denn Karfreitag war auch so eine Sackgasse.

Die Jünger hatten so sehr an Jesus geglaubt. Sie hatten sich so viel von ihm erhofft. Und dann haben sie ihn einfach so in einem Stadtpark gefangen nehmen können. Dann hatten sie ihn grün und blau geschlagen und mit einer Geißel blutig geschlagen. Und sie haben ihn wie einen entlaufenen Sklaven, wie einen ganz üblen Verbrecher am Kreuz verrecken lassen. Und dann war immer noch nichts passiert. Freitag Nachmittag hatten sie ihn begraben. Am Samstag war nichts passiert. Seine Jünger mussten sich doch wie Idioten fühlen: „Jesus, der Sohn Gottes – und dann war er gestorben wie der letzte Straßenräuber“.

Für die Jünger ging es nicht mehr weiter. Sackgasse. Sachen packen, sich von den Kumpels verabschieden und dann wieder ab nach Hause. „Was machst du den hier? Bist du nicht mit diesem Jesus nach Jerusalem marschiert?“ „Ach, frag nicht. Ich hab mir da wohl was eingeredet.“ Eine Sackgasse. Umdrehen. Was ganz anderes versuchen. Das wäre vernünftig gewesen. Aber Gott sei Dank war Samstag. Denn wenn nicht Sabbat gewesen wäre, an dem die Juden sowieso nicht reisen sollten, – ich wette mit euch: Petrus, Andreas, Johannes und Jakobus und die anderen wären wieder nach Hause gegangen.

So mussten sie auf den Sonntagmorgen warten. Gleich bei Sonnenaufgang liefen die Frauen zu Jesus Grab und was die erzählten, als sie zurück bei den Jüngern waren, das änderte alles.

Das Grab war leer. Und mehr noch: Sie waren dem lebendigen Jesus begegnet. Und ihr Glaube wurde neu geweckt.

Der Glaube, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Der Glaube, dass Jesus lebt. Der Glaube, dass Jesus die Macht des Todes gebrochen hat. Und dass er alle Sackgassen und toten Enden und Mauern aufgebrochen hat, die uns von Gott trennen. Und statt einer Sackgasse war da auf einmal ein ganz neuer Weg. Ein Weg der durch die Jahrhunderte und über hunderte von Kilometern hinweg von Jerusalem zu uns hier nach Quickborn/ Damnatz führt.

Und dieser Glaube ist etwas, was wir in unsere Herzen nehmen müssen und was wir pflegen und erhalten müssen. Wenn wir Gemeinschaft haben und Gottes Wort hören. Wenn wir zu Gott beten oder in der Bibel lesen. Wenn ihr guten Konfer oder Religionsunterricht habt oder wenn ihr mal eine gute Predigt in einem Gottesdienst zu hören bekommt. Und wenn ihr selbst miteinander sprecht über das, woran ihr glaubt und was euch stark macht.

Mein Glaube sagt mir: Gott ist einer, der neue Wege zeigt, wo andere keine sehen oder andere gar keine vermuten. So wie Gott für sein Volk da war am Schilfmeer und es gerettet hat. Und wie er sein geliebte Volk Israel noch viele Male gerettet hat in seiner Geschichte. Bis zum heutigen Tag. Oder im unseren Leben: Dass wir an Gott glauben können und auch seine Kinder sein können, obwohl wir doch erst viel später dazu gekommen sind als das Volk Israel.

Ich glaube, dass Gott insgesamt was gegen Sackgassen hat. Sonst hätte er dem Tod nicht gezeigt, dass der schon mal gar keine Sackgasse ist, sondern ein Durchgang in ein schönes Leben bei Gott.

Und ich merke, dass mein Glaube mir hilft, aus allen möglichen Sackgassen rauszukommen. Wenn ich mich mit einem Freund gestritten habe und wir uns nicht mehr vertragen – mein Glaube sagt: Du darfst selber Fehler machen und du musst die Fehler von anderen auch verzeihen. Wenn mir die Decke auf den Kopf fällt wegen Corona – dass ich gar nicht alleine damit dastehe und dass ich Freunde hab. Dass ich vielleicht nur mal einmal öfter zum Telefon greifen muss. Ohne ich treffe mich mit einem Freund und mache einen corona-gerechten Spaziergang. Mit 1,5 Metern Abstand. Es ist ja doch viel mehr möglich, als wir meist glauben. Wir müssen raus aus unseren Schneckenhäusern, aus unseren Sackgassen und aus unseren Mauern. Und das geht doch, ohne dass wir uns gleich in den Armen liegen und unvernünftig sind.

Manchmal sieht das Leben düster aus. Vor mir ein tiefes Meer, hinter mir nur Feinde. Manchmal sehe ich nicht, worauf ich hoffen sollte. Aber Gott öffnet schon wieder Wege für uns. Verliert nicht den Mut. Er hat es immer wieder getan. Das Schilfmeer hat sich geteilt. Daas Wunder von Ostern ist geschehen. Und Gott wird euch Wege zeigen, die aus eurer Sackgasse rausfinden. Deshalb: Bleibt stark im Glauben. Bleibt froh und munter. Amen.

Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Musik nach der Predigt

Fürbittengebet

Zerschlagen und verloren war alle Hoffnung auf dich. Im Schatten des Kreuzes zerstreuten sich alle, die an dich geglaubt hatten. Der Tod und alle Kräfte, die dir widerstrebten zeigten sich in ihrer ganzen Macht. Es sah aus, als wärst du besiegt worden. Es sah aus, als hättest du uns verlassen. Lasst uns gemeinsam den Herrn anrufen: Herr, erbarme dich.

Sie hüllten dich in Leichentücher und legten dich in ein Felsengrab. Sie rollten einen Stein vor die Öffnung und schlossen mit dir ab. Alles sah so endgültig aus. Alles sah so hoffnungslos aus. Alle Worte des neuen Lebens wurden vergessen. Lasst uns gemeinsam den Herrn anrufen: Herr, erbarme dich.

Aber der Tod konnte dich nicht halten. Nicht er, sondern du hast triumphiert. Der Stein vor deinem Grab wurde fortgewälzt und siehe das Grab war leer: Jesus Christus sucht man vergebens unter den Toten. Lasst uns gemeinsam den Herrn anrufen: Herr, erbarme dich

Alle : Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Eine/r: Und nun geht hin im Frieden des Herrn!

Segen:

Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei der gnädig. Der HERR erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen.

Orgel zum Abschluss

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