Worte zur Besinnung – EJZ am 4. April 2026
Pastor Bernd Paul, Küsten
Ostern. Kein anderes Fest ist stärker mit Hoffnung und Leben verknüpft: Es ist die Antwort auf Angst und Tod, auf das, was am Karfreitag, dem Tag der Kreuzigung und des Todes Jesu, noch dominiert hat.
Im Angesicht des Todes gab es für die Hoffnung keinen Platz. Angst bedeutet Enge. Angst erstickt jede Weite, engt den Blick ein und nimmt der Zukunft jeden Raum. Doch das, was vom Ostertag erzählt wird, sprengt das Gefängnis von Angst und Tod: Das leere Grab, die Geschichte von der Auferweckung, die Begegnung mit dem Auferstandenen.
Auf einmal weicht die Angst der Zuversicht und der Tod muss dem Leben wieder Platz machen. Hoffnung hat dabei rein gar nichts mit Optimismus oder positivem Denken zu tun. Letztere blenden das Negative, das Schwere und Belastende aus und ignorieren es. Die Hoffnung ist viel realistischer und weiß um die Verzweiflung.
Friedrich Nietzsche hat das einmal in einem anschaulichen Bild zum Ausdruck gebracht: „Die Hoffnung ist der Regenbogen über den herabstürzenden jähen Bach des Lebens, hundertmal vom Gischt verschlungen und sich immer von neuem zusammensetzend, und mit zarter schöner Kühnheit ihn überspringend, dort wo er am wildesten und gefährlichsten braust.“
Die Jünger, die Menschen im engsten Umfeld Jesu, haben gerade das zu Ostern erleben dürfen: Mitten in ihre Niedergeschlagenheit hinein, als sie noch zutiefst verzweifelt und verängstigt waren, hören sie die Worte: „Fürchtet euch nicht!“
Hätte der Karfreitag das letzte Wort behalten, Jesus wäre längst vergessen. Ohne das Osterwunder wäre keine Kirche entstanden. Aber so hat die Hoffnung über die Angst, das Leben über den Tod gesiegt. Dafür steht Jesus Christus, der Auferstandene.
Ja, die Geschichte ist alt, bleibt aber aktuell. Gerade in Zeiten, die vielen von uns Angst machen, ist es umso wichtiger, uns daran zu erinnern und daraus Kraft zu schöpfen: Wir haben eine lebendige Hoffnung.
Gott sei Dank!
