Worte zur Besinnung – EJZ am 12.09.2026 – Michael Ketzenberg, Pastor der GKG Nord
Wer wählt wen?
Sonntag also. Wahlsonntag. Direkt vor der Haustür. Nicht mehr weit weg wie in Sachsen-Anhalt. Obwohl das ja nun auch nicht wirklich weit weg ist. Und was da war, ist nun Realität. Eine Realität, die mir Bauchschmerzen bereitet.
Ich vermute, daß die Realität bei den Wahlen in unserem Landkreis anders aussehen wird. Ist ja auch Kommunalwahl. Da geht es viel mehr als beim Land- und Bundestag um Menschen, die sich engagieren. Parteipolitik spielt vielleicht für die Kandidaten eine Rolle, für die Wähler eher weniger. Da schaut man vielleicht eher nach Sympathie, nach Engagement, nach Nahbarkeit und Nähe.
Hier wollen sich Menschen einsetzen für uns vor Ort. Die meisten werden das ehrenamtlich tun. Das ist nicht immer einfach. Sie stehen, je nahbarer sie sind, auch immer im Blickfeld von Kritik und Anfeindung. Oft unverdient. Und auch oft unfair. Kritik ist ja wichtig, wenn sie konstruktiv ist. Es gilt, denen zu allererst zu danken für ihr Engagement. Und ihnen auch bei unpopulären Entscheidungen dennoch mit Respekt zu begegnen. Und wenn es knirschen sollte, konstruktiv miteinander zu reden. Das wünsche ich Wählern und Gewählten.
Für uns Christen gibt es noch eine andere Wahl. Anders herum: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt“, sagt Jesus zu seinen Jüngern. Das entlastet, weil wir mit dem, was wir tun, nicht alleine stehen, sondern uns in seiner Hand und in seiner Liebe wissen können, die erst dafür sorgt, daß wir „Frucht“ bringen können: Leben, das es anderen gut geht. Und uns auch. Verantwortlich sein können, weil ER sich für uns verantwortet. Das hilft, zum einen gelassen sein zu können – und zum anderen in guter Weise demütig. So kann man miteinander leben, mit der Kraft „von oben“.
